Der 9. November des 20. Jahrhunderts: Symbol für Aufbruch und Schrecken

Gespräch der 12. Klassen der Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung mit dem Abgeordneten des Landtags Wolfgang Schwarz (SPD)

Traditionell besuchen Landtagsabgeordnete anlässlich des Andenkens an den 9. November Schulklassen, um mit Heranwachsenden über die Strahlkraft freudiger (Ausrufung der Republik 1918, Mauerfall 1989) und schicksalhafter (Hitler-Putsch 1923, Reichspogromnacht 1938) Anlässe an diesem Datum zu gedenken und zu diskutieren, inwieweit diese unser Leben und Denken heute mitbestimmen. Die Daten können dann der Ausgangspunkt für allgemeine Fragen sein, die sich während des Gesprächs ergeben. Dies wurde von den zukünftigen Fachabiturienten rege genutzt.

1Sehr bewegend sprach Herr Schwarz über seine persönliche Wahrnehmung des Mauerfalls 1989. Ein Datum, das ihn u.a. auf seinem Weg bestärkt habe, politisch aktiv zu sein. An dieser Stelle wurde im Gespräch deutlich, dass es manchmal von vielen kleinen Zufällen abhängt, dass eine Revolution friedlich verläuft, es sich aber auf jeden Fall lohnt, für demokratische Veränderungen zu kämpfen. Gerade viele Sicherheits- und Polizeimitglieder der DDR haben im richtigen Moment Besonnenheit bewiesen.

Die Prägung durch den Landespolizeidienst (Kriminalpolizei und Kommissariat) setzt sich auch bei der politischen Arbeit von Herrn Schwarz in Mainz fort. Aus aktuellem Anlass war er der richtige Ansprechpartner, um seine Position zum Thema „Einsatz von Hilfspolizeikräften als Entlastung der regulären Landespolizei“ darzustellen. Er sprach sich vor den Schülern deutlich dagegen aus, denn er stehe für Qualität statt Masse.

Anlässlich der Wahl zum neuen US-Präsidenten ging der gemeinsame Blick auch auf regionale und internationale Themen, die dadurch ein neues Gewicht erhalten. Brexit, TTIP und CETA verdienten aufgrund des wirtschaftlichen Bezugs in der 12. Klasse besondere Aufmerksamkeit. Der neue Präsident hat direkten Einfluss auf die Standorte der US-Armee in Rheinland-Pfalz und damit auf die Wirtschaft. Eine Rückfrage aus der Gruppe, weshalb die Freihandelsabkommen nicht transparenter diskutiert werden, beantwortet er mit dem Hinweis, dass diese zu komplex wären um sie detailreich öffentlich zu diskutieren. Daran schloss sich eine kurze Diskussion zum Thema „Einflussnahme der Bürger per Volksentscheid“ an.

2Die Auseinandersetzung mit dem 9. November nahm Herr Schwarz als Anlass, um an die nachkommende Generation von Erwachsenen als junge und kritische Bürger zu appellieren: politische Einflussnahme gehe über Jugendorganisationen der Parteien und warnend spricht er sich dafür aus, genau hinzusehen und hinzuhören, was aus der einen oder anderen populistischen Ecke verlautet. Es gibt heute bestimmt keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen.

Mit Blick auf den Mauerfall fasst dieser Satz den Gesprächsverlauf sehr gut zusammen: Menschen können große politische Veränderungen friedlich und demokratisch erreichen.

Lilli, Alisha, Marilena, Elias u.a.

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